Verhandlung 17. Juli 2020 Datenleck Mastercard Priceless Specials

Verhandlung 17. Juli 2020 Datenleck Mastercard Priceless Specials

Vor dem Landgericht Frankfurt fand heute (17. Juli 2020) der erste Termin zur mündlichen Verhandlung in einem Hauptsacheverfahren zum Datenleck Mastercard Priceless Specials statt. Hierbei ging es unter anderem um den Anspruch auf Schadensersatz nach Art. 82 DSGVO, den kleinfee für Kunden durchsetzt. Die Verhandlung wie auch die erste Einschätzung des Gerichts zu der Klage geben Anlass zu einem positiven Zwischenfazit.

Neue Anhaltspunkte für Verstöße

Unter dem Druck der Klage sind zunächst weitere Informationen zur Ursache des Datenlecks aufgetaucht. Wie bereits berichtet, ist davon auszugehen, dass bereits vor August 2019 ein Zugriff auf die Daten des Priceless Specials Bonusprogramms beim Dienstleister Braind Behind erfolgte. Der Zugreifende hat das Passwort geändert. Nach den zwischenzeitlich mitgeteilten Informationen musste dabei allerdings keine besondere Hürde überwunden werden, denn die Sicherheitsvorkehrungen können kaum als angemessen bewertet werden. Mastercard hat zudem weitere Unterlagen zur Zusammenarbeit mit ihren Dienstleistern vorgelegt. Nach Einschätzung beteiligter Rechtsanwälte belegen die Unterlagen weitere Pflichtverletzungen, insbesondere Verstöße bei der Vereinbarung der Auftragsverarbeitung gem. Art. 28 DSGVO. Aus der vorgelegten Vereinbarung ergibt sich zudem, dass Auftraggeber der eingesetzten Dienstleister auch die Mastercard International Inc. mit Sitz in den USA war. In Anbetracht der gestrigen Entscheidung des EuGH in Sachen Schrems (Link) und der Zugriffsmöglichkeit auf die Daten durch ein US-Unternehmen, birgt die Tatsache eine besondere Brisanz.

Vorläufige Einschätzung

Der geltend gemachte Anspruch auf immateriellen Schadensersatz wurde in Anbetracht der weiteren Verstöße gegen Vorgaben der DSGVO intensiviert. Nach vorläufiger Ansicht des Gerichts scheitert der Schadensersatzanspruch zumindest nicht an der von Mastercard ins Spiel gebrachten angeblichen Bagatellhürde: Diese Hürde sei jedenfalls mit der erfolgten Veröffentlichung im Internet überschritten.

Anhaltspunkte für Missbrauch?

Soweit Ihnen Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass Ihre im Zuge des Mastercard Datenlecks veröffentlichten Daten missbraucht wurden, freuen wir uns über Hinweise hierzu unter mastercard@kleinfee.com. Anhaltspunkte hierfür können etwa Spammails sein, die an das E-Mailkonto verschickt wurden, das zur Registrierung beim Mastercard Priceless Specials Bonusprogramm verwendet wurde. Leiten Sie uns in diesem Fall bitte die Spammail weiter verbunden mit der Information, warum sich die Spammail auf das Datenleck zurückführen lässt: beispielsweise haben uns Kunden davon berichtet, dass sie die E-Mailadresse exklusiv zur Registrierung beim Mastercard Priceless Specials Bonusprogramm verwendet haben. In anderen Fällen waren Daten Gegenstand der Spammail, die sich dem Mastercard Priceless Specials Bonusprogramm zuordnen lassen. Ebenfalls Anhaltspunkte für eine Ausnutzung der geleakten Daten, kann ein Missbrauchsversuch unter Verwendung der Kreditkarten- oder weiteren Daten liefern, sofern sich der Versuch auf das Datenleck zurückführen lässt.

horde_kleinfee

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